Genau diese Fragen stellten sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen im Jahr 2009. So identifizierten sie neun ökologische Schlüsselbereiche, die als planetare Grenzen bezeichnet werden.
Das Konzept zeigt, wie stark menschliche Aktivitäten das Erdsystem beeinflussen und wo Risiken für Stabilität und Widerstandsfähigkeit liegen. Es beschreibt zentrale, lebenswichtige Vorgänge, die die Lebensgrundlagen unseres Planeten sichern. Werden ihre Grenzen überschritten, steigt die Gefahr großräumiger, abrupter oder irreversibler Veränderungen.
Innerhalb dieser Grenzen, so die Arbeitsgruppe, könne sich die Menschheit entwickeln und fortbestehen. Ein Überschreiten hingegen gefährdet die ökologischen Grundlagen und stellt ein Risiko für zukünftige Generationen dar.
Schon im Jahr 2009 zeigte sich: drei der neun Grenzen waren überschritten. Nur wenige Jahre später, im zweiten Update 2015, kam eine weitere hinzu, nun waren es bereits vier. Das bislang aktuellste Update von 2025 zeichnet ein alarmierendes Bild: sieben der neun planetaren Grenzen sind überschritten.
Der aktuelle Stand:
Überschrittene Grenzen (außerhalb des grünen Bereichs)
- Klimawandel
- Überladung mit neuartigen Stoffen
- Veränderung in biogeochemischen Kreisläufen (Stickstoff- und Phosphorkreisläufe)
- Veränderung in Süßwassersystemen
- Veränderung der Landnutzung
- Veränderung in der Integrität der Biosphäre
- Ozeanversauerung
Noch nicht überschritten
- Ozonabbau in der Stratosphäre
- Zunahme der Aerosolbelastung
Damit ist klar: Wir bewegen uns zunehmend in einem instabilen System.
Das große Ganze
Die neun Grenzen hängen zusammen. Kippt eine, gerät auch die nächste ins Wanken. Deshalb reicht es nicht, nur den Klimawandel zu betrachten, sondern auch Wasser, Böden, Wälder, Luft und Artenvielfalt, weil sie im Großen und Ganzen unsere Lebensgrundlagen bilden. Das Konzept erinnert uns daran, wie wichtig ein achtsamer Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen ist.
Aber es zeigte sich bereits: Gemeinsam können wir gegensteuern. Ein ermutigendes Beispiel dafür ist das Ozonloch. Durch das Montrealer Protokoll wurde die Verwendung schädlicher Stoffe gestoppt und seitdem erholt sich die Ozonschicht langsam.
Quelle (externer Link):
Earth beyond six of nine planetary boundaries | Science Advances
Quelle für das Foto:
© Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), „Der aktuelle Stand der neun planetaren Grenzen, Version 3.0 (2025)”, veröffentlicht unter CC BY 4.0


